Leseproben

Buch-03Erst mal schnuppern, dann entscheiden. Deswegen gibt es hier ein paar Auszüge aus meinem Buch. Ich hoffe, Sie bekommen Lust auf mehr!

Sinnfreie Fragen auf eigentlich klare Aussagen

Die Kommunikation mit dem Kunden ist das A und O, wenn man als Paketzusteller arbeitet. Doch nicht immer klappt das auch so, wie man sich das vorstellt. Ein paar Beispiele sollen dies verdeutlichen:

Ich: „Guten Morgen Frau Stein, ich habe ein Paket.“
Kunde: „Für wen?“

Ich: „Hallo Herr Grün, ich habe ein Paket für Sie.“
Kunde: „Was ist denn da drin?“ …

Tag 1 – Das fängt ja gut an

Heute ist Freitag. Gott sei Dank! Die Woche nimmt wieder mal kein Ende …

Wenn man an eine neue Arbeitsstelle kommt, dann hat man ein ganz komisches Gefühl. Zumindest geht mir das so. Es ist alles neu, man kennt sich noch nicht aus, man wird von allen Mitarbeitern angegafft, man kennt niemanden, man weiß eigentlich gar nicht, was man hier soll. Hilfe …

… In der Halle wird mir kurz der Ablauf erklärt. Wirklich kurz. Dauert etwa 46 Sekunden. Ich stehe am Beginn des Förderbandes, gleich in der ersten Box. Die Pakete, die für unsere Halle bestimmt sind, müssen also alle an mir vorbei. Meine Tournummer ist die 3745. Die steht auf den Paketen drauf. Jedes Paket mit dieser Nummer soll ich vom Band ziehen. Naja, klingt ja gar nicht so schwer. Punkt 5.30 Uhr wird das Band angeworfen und macht einen Höllenlärm. Man versteht sein eigenes Wort nicht mehr. Gut, dass ich gerade nicht mit mir rede. Oh, da kommen ja schon die ersten Pakete. Ich gucke, sehe vor lauter Aufklebern nix und habe die ersten drei Pakete bereits passieren lassen, bevor ich von meinem Nebenmann höre, dass das meine waren. Na prima. Aber er hat sie dankenswerterweise heruntergezogen. Ich werde mich später erkenntlich zeigen. …

Tag 294 – Grüß Gott, ich bringe die Batterie

Wie Sie wissen, fahre ich in Schwabach aus. Eine schöne Stadt mit netten Menschen – aber auch mit Menschen, denen es schon etwas schwerfällt, alles so zu verstehen, wie man es sagt. Das wird mir heute mal wieder bewusst, als ich in der Innenstadt ein Paket für Berta Kraus habe. Berta Kraus ist eine betagte Dame, ich schätze mal jenseits der 80. Ein gemütliches Mütterchen, das schon etwas wackelig auf den Beinen ist und heute wohl ihr Hörgerät verlegt hat. Sie wohnt in einem kleinen Zweifamilienhaus im Erdgeschoss. Nachdem es heute durch das schlechte Wetter nicht recht hell werden will, hat sie das Licht an, ich weiß also, dass sie zu Hause ist.

Klingeling … klingeling … klingeling – Nach drei Klingelings und fünfmal mit der Faust gegen die Türe klopfen, öffnet die Nachbarin von gegenüber und fragt, was ich denn da veranstalte. Ich erkläre ihr, dass ich ein Paket für Frau Kraus habe und die Dame schwerhörig sei und mich vermutlich nicht höre. „Ja, ich weiß! Die hört nichts und die ist auch nicht mehr so helle im Hirnkastl“, sprachs und macht die Tür wieder zu. Wie ich diese sinnlose Konversation liebe. Ich drehe mich gerade wieder zur Haustüre um und will erneut gegen die Türe klopfen, als ich dermaßen zusammenschrecke. Frau Kraus steht vor mir und fragt, was denn los sei.

„Ich habe ein Paket“, sage ich schon mit etwas erhobener Stimme. „Was is?“ „ICH HABE EIN PAKET!“ „Was, eine Batterie? Was soll ich denn mit einer Batterie?“ Will sie mich auf den Arm nehmen? …

Tag 884 – Endlich Frühling

Der Winter ist die grässlichste Zeit, wenn man Paketfahrer ist. Nachdem ich nicht mehr die Tour in Schwabach fahre, wo Winter in der Regel ausfällt, weil im Ballungsraum eh weniger Schnee fällt und wenn doch, dann sind die Räumfahrzeuge meist zeitig unterwegs, sondern die Tour in Oberfranken habe, bin ich froh, dass der Winter endlich vorbei ist. Seit zwei Wochen steigen die Temperaturen langsam, aber stetig an und auch das Auerbacher Freibad bereitet sich seit einer Woche auf die Badesaison vor, die am 1. Mai startet. Es ist herrlich, wenn man so eine Landtour hat und jeden Tag sieht, wie die Natur langsam erwacht. Heute macht sie noch mal ein kleines Nickerchen. Wir schreiben den 25. April, über Nacht hat es 20 Zentimeter Neuschnee gegeben.

Na prima! Verkehrsfunk meldet: Verkehrsbehinderungen überall. A9: Stau von zehn Kilometern nach Unfall vor Pegnitz. Genau meine Strecke. Scheiße, echt! Ich mag Schnee, aber nicht eine Woche vor der Eröffnung der Freibadsaison. Je weiter ich Richtung Norden fahre, umso schneebedeckter werden die Fahrbahnen. Und wenn Schnee liegt, dann tritt ein Phänomen auf, das mir unerklärlich ist. Denn dann haben die Autofahrer das Fahren von jetzt auf gleich verlernt. Natürlich sollte man vorsichtig sein, aber das heißt doch noch lange nicht, dass man mit 20 über die Autobahn zuckeln muss. Hält das schon auf, liegt die Sperrung der Autobahn noch vor mir, das heißt, ich fahre lieber zwei Ausfahrten früher raus und über Land. Ob das so weise war, bezweifele ich schon nach kurzer Zeit sehr stark. …

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